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17.Juli 2008
Die grosse Angst der Männer um die Männlichkeit
Für Männer, die keine Kinder mehr wollen, wäre eine Unterbindung die sicherste Verhütungsmethode. Wenn da bloss die Männerseele nicht wäre.
Eine Sterilisation ist ein operative Methode, die zu einer vollständigen und endgültigen Verhütung führt. Aus diesem Grund wird sie nicht gerne bei Menschen unter 30 Jahren angewandt, es sei denn, es liegen medizinische Gründe vor. Bei Männern ist der Eingriff erheblich einfacher, als bei Frauen.
Die Männlichkeit und Potenz wird bei dem Eingriff nicht berührt, da der Hormonhaushalt nicht verändert wird, weil an den Hoden, wo das männliche Hormon (Testosteron) gebildet wird, nichts verändert wird, im Gegensatz zur Kastration. Auch nach einer Vasektomie werden Spermatozoen produziert. Bedingt durch den Verschluß des Ductus deferens steht diesen Spermatozoen nur ein limitierter Raum (Nebenhoden und gewundener Samenleiterabschnitt) zur Verfügung. Die Spermien werden weiter produziert aber noch im Hoden abgebaut es entstehat also kein Stau, sonst ändert sich nicht im Reproduktionstrakt.
Bei einem Orgasmus ist die ausgestoßene Flüssigkeitsmenge nach einer Vasektomie genau so groß, wie vorher. Sie enthält jetzt immer noch das Prostatasekret, das auch vorher einen Großteil des Ejakulates ausmachte. Nur Samenzellen sind nicht mehr enthalten. Es gibt also keinen Grund, vor Potenzproblemen Angst zu haben. Allerdings sollten Sie sich vor dem Eingriff genau überlegen, ob Sie diesen Schritt wirklich gehen wollen. Lassen Sie sich von niemandem bei Ihrer Entscheidung drängen.
Viele Männer haben die Vorstellung, dass nach einer Vasektomie keine Ejakulation mehr besteht, was natürlich unsinnig ist. Nach dem Eingriff fehlen 5 % Ejakulat-Volumen welches von aussen weder in Farbe Geruch Volumen oder Geschmack als fehlend ausgemacht werden können.
Ein Mann ist nach der Vasektomie oft noch für eine ganze Zeit zeugungsfähig. Das liegt daran, dass sich hinter der Schnittstelle noch etliche befruchtungsfähige Samenfäden aufhalten. Diese müssen erst ausgestoßen werden. Aus diesem Grund wird nach ein paar Monaten in einer Nachuntersuchung festgestellt, ob alle Samenzellen ausgetreten sind, oder nicht. Bis zu dieser Zeit sollten Sie weiterhin normal verhüten.
Rückgängigmachen des Eingriffs
Bei Männern, die sterilisiert (Samenleiterdurchtrennung) worden sind, besteht durchaus die Möglichkeit der Refertilisierung, d.h. Rückgängigmachen dieses Eingriffs. Diese Operation lassen ca. 10 % der Sterilisierten bei uns vornehmen. Die unterbrochenen Samenleiter können allerdings durch einen mikrochirurgischen Eingriff wieder miteinander verbunden werden. Bis zur einer Dauer von 15 Jahren nach Samenleiterdurchtrennung ist mit einer Durchgängigkeit der Samenleiter nach der Operation von 80% zu rechnen .
Der Eingriff erfolgt in Allgemeinnarkose über zwei kleine Schnitte am Hodensack. Die Samenleiterenden werden aufgesucht und freigelegt. Nach Prüfung auf Durchgängigkeit und Samenzellen in der Samenflüssigkeit intraoperativ erfolgt die Wiederherstellung der Durchgängigkeit durch Zusammennähen der Samenleiterenden unter dem OP-Mikroskop. Die Naht erfolgt ein- oder zweischichtig mit 9.0-10.0 Fäden (sehr feine, mit dem bloßen Auge kaum zu sehende Fäden). Das Nahtmaterial zum Verschluss der Haut ist selbstauflösend. Zum Abschluss der OP wird ein Druckverband auf den Hodensack angebracht.
Seit Januar 2004 wird die Sterilisation nicht mehr von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt und auch die meisten Privaten Versicherungen übernehmen die Kosten nicht. Durchschnittlich muss man für die Voruntersuchungen, die Vasektomie inklusive der anschließenden Proben zum Ausschluss von Samenfäden, 430 € bezahlen.
Die Preise der Wiederherstellungsoperation (Rückgängigmachen dieses Eingriffs) variieren sehr stark und betragen für den bis zu dreistündigen Eingriff in Narkose mindestens 2000 €. Auch in diesem Fall übernimmt die Krankenkasse keinerlei Kosten.